ZIRS
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Luftbildaufnahme von landwirtschaftlich genutztem Feld © istock/golero
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Das Zentrum für Interdisziplinäre Regionalstudien (ZIRS) ist eine Forschungseinrichtung der Martin-Luther-Universität zur Förderung und Vernetzung regionalwissenschaftlicher Kompetenzen und zur Leitung interdisziplinärer Forschungsprojekte.

Aktuelles

New Horizon Europe Project: PLANET4B

PLANET4B zielt darauf ab zu verstehen, wie soziale Vielfalt (Werte, Normen, Verhalten, Intersektionalität) mit Entscheidungsfindungen in Biodiversität- und Umweltgovernance zusammenhängen. Darüber hinaus will das Projekt, unter der Leitung von Dr. Ilkhom Soliev, Impulse setzen, um die Priorisierung von Biodiversität und Natur in Politik und Praxis zu verbessern. Das interdisziplinäre Projekt mit Partnern aus der gesamten Europa greift dabei auf ein breites Spektrum von Theorien des transformativen Wandels, des erfahrungsorientierten Lernens, der Gerechtigkeit sowie der Intersektionalitätsforschung zurück.

ZIRS @ 4S/ESOCITE-Konferenz in Cholula

Vom 7. bis 10. Dezember fand unter dem Motto „Reunion · Recuperation · Reconfiguration. Knowledges and technosciences for living together“ die jährliche Konferenz der Society for Social Studies of Science (4S) in Kooperation mit der Asociación Latinoamericana de Estudios Sociales de la Ciencia y la Tecnología (ESOCITE) statt. Es kamen über 2500 Wissenschaftler*innen aus der ganzen Welt zusammen, um über die Produktion, Nutzung und Zirkulation von technischem und wissenschaftlichem Wissen sowie der Art und Weise, wie es mit wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Machtstrukturen verbunden ist, zu diskutieren. ZIRS-Mitglied Philipp Baum präsentierte im von Kim Fortun und Tim Schütz organisierten Panel „Environmental Injustice: Building a Global Record“ seine Forschung. Unter dem Titel „Local resistance against industrial (toxic) waste dumps and citizen research practices in the Middle German Chemical Triangle” beschrieb er die Rolle von Bürgerinitiativen und Traditionalismus bei der Infragestellung und Aufrechterhaltung von Sacrifice Zones im Mitteldeutschen Chemiedreieck. Neben dem fachlichen Austausch über die Untersuchung von Umweltungerechtigkeit in verschiedenen Kontexten konnte die internationale Vernetzung des ZIRS, besonders mit den Forscher*innen der University of California, Irvine ausgebaut werden.

Willkommen Prof. Dr. Anita von Poser

Das ZIRS begrüßt Prof. Dr. Anita von Poser vom Seminar für Ethnologie als neues Mitglied!

Okt. 6-7: ZIRS Forscher*innen @ Postfossile Zukünfte

Am 6. und 7. Oktober fand in der Händelhalle eine vom HALIS veranstaltete, interdisziplinäre Konferenz unter dem Titel “Postfossile Zukünfte: Strukturwandel gemeinsam gestalten” statt. Hier begegneten zivilgesellschaftliche, politische und industrielle Akteure des Strukturwandels denjenigen, die diese Prozesse forschend begleiten und mitgestalten. Neben Einblicken in die Rahmenbedingungen und Herausforderungen strukturwandelnder Maßnahmen auf kommunaler Ebene bis hinein in die EU, sowie in die rechtlichen wie technologischen Entwicklungen auf dem Weg zu den Rohstoffen der Zukunft, fanden auch zahlreiche Forschungsarbeiten von ZIRS Forscher*innen, insbesondere Mitgliedern des Young Researchers Network Eingang in die Diskussion. In einem Panel zu „Postfossilen Demokratien“, geleitet von Asta Vonderau betrachtete Felix Schiedlowski den Braunkohleausstieg im Mitteldeutschen Revier und fragte nach den Möglichkeiten des damit verbundenen Strukturwandels bzw. dessen Potenzial als Blaupause für Industrie und Gesellschaft. Das von Jonathan Everts initiierte Panel „Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier“ bot eine Rundumschau aktuell am ZIRS laufender Forschungen: Jakob Busse von Colbe ermöglichte Einblicke in die Implementierung der New European Bauhaus Initiative. Janine Hauer schilderte den Umgang mit (toxischen) Abfällen in Sachsen-Anhalt. Katja Müller hinterfragte den Stellenwert des Ökologischen in der aktuellen Strukturwandeldiskussion. Mareike Pampus spürte konkurrierenden Naturverständnissen im Zuge der Renaturierung von Bergbaufolgelandschaften nach. Amy Walker schließlich blickte zurück auf die lokalen Folgen vergangener Transformationen am Beispiel der Kohlefelder im Südlichen Wales.
Die angeschnittenen Forschungsthemen und -fragen stießen auf breites Interesse und generierten zahlreiche Diskussionsansätze, die wir in Zukunft weiter verfolgen werden.

Buna Werke Schkopau: A Toxic Tour

Die Forschungsarbeit der Masterstudenten Philipp Max Baum, Anastasia Klaar, Fritz Kühlein, Lea Danninger und Johanna Degering ist jetzt auf der Plattform Disaster-STS Network veröffentlicht worden. “Buna Werke Schkopau: A Toxic Tour” beschreibt das toxische Nachleben rund um den Chemiestandort in Schkopau bei Halle. Das Projekt war Teil eines MA-Seminars über Toxizität mit Prof. Asta Vonderau.

Link zur Seite der Toxic Tour

Sep 8th: Podiumsdiskussion 'Potenziale der Wissenschaftsstadt Halle'

Unter dem Titel „Das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation: Potenziale der Wissenschaftsstadt Halle (Saale)“ diskutierten Prof. Asta Vonderau sowie Prof. Jonathan Everts gemeinsam mit weiteren Vertreter*innen etablierter wissenschaftlicher Einrichtungen. Sie hoben dabei insbesondere die Rolle des Zentrums für Interdisziplinäre Regionalstudien für den inneruniversitären Austausch zwischen den Disziplinen sowie dessen Rolle für die Vernetzung mit Partnereinrichtungen hervor.

Aug 29th - Sep 2nd 2022: Young Researchers Network @ the RGS' Annual International Conference in Newcastle upon Tyne

Amy Walker, Felix Schiedlowski and Janine Hauer hosted a well-attended panel at the Annual International Conference of the Royal Geographical Society in Newcastle upon Tyne. Together with Jen Dickie from the University of Stirling we assembled a group of researchers to reflect about the crisis and potential sequel to carbon democracy. The speakers provided insights to everyday practices of future-making across a wide range of fields.
In the first of two panels Julia Kühl (Halle) unpacked administrative efforts and constraints to decarbonize mobility in Central Germany. Magdalena Dabkowska (Berlin) traced the sudden shift of people’s relationship to coal and the environment in a Polish village after the ban of Russian coal imports. Finally, Gordon Walker (Lancaster) revisited Lefebvre’s rhythmanalysis and highlighted its energetic dimension, which crucial to understand the remaking of polyrhythmic relations that post-carbon transformations involve.
The second panel started with a presentation by Alexa Waud (Democratic Society, UK). Drawing on observations at COP26 Alexa dissected contested visions of democracy and their often contradicting effects unfolding in everyday struggles for climate ‘democracy’. Ellen van Holstein (Melbourne) attended to the spatial dimension of responsibility by drawing on research with migrant teenagers on how they learned to care for environment. Gerald Taylor Aiken (LISER, Luxembourg) and Ankit Kumar (Sheffield) reflected on the usefulness of the conceptual pair compass and map to broaden our understanding of how grassroot community-based movements navigate everyday struggles for energy justice. Last but not least Friederike Pank (Oxford) shared in-depth insights from her fieldwork in a German coal mining town to ask questions about the specific conditions that lead to repeated disruptions of active future-making strategies.
We thank our panelists and active listeners for a lively and inspiring discussion!

Welcome to Alexander Klose

ZIRS warmly welcomes its newest member Alexander Klose who joined as a member over summer. Alexander is a cultural scientist, publicist and curator with an interest in the materiality of resources, oil in particular. We are looking forward to the collaboration.