Schriften des Zentrums für Interdisziplinäre Regionalstudien

Buchcover Gesine Foljanty-Jost, Momoyo Hüstebeck (Hg.): "Bürger und Staat in Japan"; Rechte: Universitätsverlag Halle-Wittenberg Rechte: Universitätsverlag Halle-Wittenberg

Band 3

Gesine Foljanty-Jost, Momoyo Hüstebeck (Hg.)

Bürger und Staat in Japan

Universitätsverlag Halle-Wittenberg 2013

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Wie gestalten sich die gesellschaftlichen und politischen Kontextbedingungen für das Verhältnis zwischen Bürger und Staat in Japan? Welche Ansätze bürgergesellschaftlichen Engagements lassen sich bereits im Vorkriegsjapan erkennen? Wie konstituierte sich Öffentlichkeit, und wie wurde der Bürgerbegriff in Japan vor 1945 konzipiert? Der vorliegende Sammelband greift diese Fragestellungen unter der Leitfrage nach einem grundlegenden Beziehungswandel zwischen staatlichen Institutionen und der Bürgergesellschaft auf und beleuchtet sie aus philosophischer, historischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive.

Die philosophischen und historischen Forschungsbeiträge dokumentieren ein reges gesellschaftliches oder politisches Engagement von Bürgern bereits im Vorkriegsjapan, das bislang in sozialwissenschaftlichen Untersuchungen zur Herausbildung einer japanischen Zivilgesellschaft nur in einem geringen Maße Berücksichtigung fand. Für die beiden letzten Dekaden, welche die sozialwissenschaftlichen Beiträge dieses Sammelbandes analysieren, lässt sich vor dem Hintergrund des Spannungsverhältnisses zwischen effizienter Steuerung und der Zunahme einer basisdemokratischen Beteiligung auf der japanischen lokalen Selbstverwaltungsebene eine grundlegende Neuaushandlung des Verhältnisses von nicht-staatlichen, zivilgesellschaftlichen sowie staatlich-institutionellen Akteuren konstatieren. In der Bedeutungszunahme des Bürgers als aktivem Mitgestalter der lokalen Politik werden unterschiedliche Facetten der Bürger-Staat-Beziehung deutlich. Die Beiträge veranschaulichen am Beispiel verschiedener Politikfelder die Chancen und Grenzen neuer Formen von bürgergesellschaftlicher Partizipation jenseits der hergebrachten hierarchischen Bürger-Staat-Konstellation. Die daraus resultierenden aktuellen Bedingungen für ein neues Verhältnis zwischen dem japanischen Staat und dessen Bürgerinnen und Bürgern werden so deutlich gemacht.

Inhaltsverzeichnis
Gesine Foljanty-Jost und Momoyo Hüstebeck
Bürger, Bürgerinnen und Staat in Japan – Eine Einführung
9
Naoshi Yamawaki
Demokratie und civil society in Japan aus Sicht der public philosophy
19
Hiroshi Mitani
Die Formierung von Öffentlichkeit in Japan. Eine Bilanz in vergleichender Perspektive
41
Shunsuke Murakami
Die heutigen Aufgaben einer japanisch-deutschen Theorie der Zivilgesellschaft. Ablösung vom oder Verankerung im Wirtschaftsprozess?
63
Maik Hendrik Sprotte
Zivilgesellschaft als staatliche Veranstaltung? Eine Spurensuche im Japan vor 1945
89
Hideto Hiramatsu
Das kommunale Armenpflegesystem (homen iin seido) in der Kriegszeit Japans (1931–1945)
131
Jörg Kruth
Die japanische Zivilgesellschaft nach 1998
153
Michiko Mae
Auf dem Weg zu einer transnationalen und partizipatorischen Zivilgesellschaft
177
Karoline Haufe und Gesine Foljanty-Jost
Partizipative Governance in Japan – Antwort auf kommunalpolitische Reformen
195
Susanne Brucksch
Kooperationen zivilgesellschaftlicher Umweltorganisationen mit Unternehmen im Kontext umweltpolitischer Steuerung
225
Gabriele Vogt
Bürger ohne Rechte? Zur soziopolitischen Partizipation von Japans Zuwanderern
259
Autorenverzeichnis 279

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aktualisiert am 06.05.2017, 23:21 Uhr